Hagebutte – anspruchslos bei Standort und Pflege, aber sehr anspruchsvoll bei Inhaltsstoffen

Die Früchte der Heckenrose und Rosen werden als Hagebutten bezeichnet, auf süddeutsch wird die Hagebutte Hiefe genannt. Im allgemeinen Sprachgebrauch ist mit dem Begriff Hagebutte häufig auch der Hagebuttenstrauch selbst gemeint. Die in Europa am weitesten verbreitete Hagebutte ist die Hundsrose (Rosa canina) mit einem reichhaltigen Angebot an wertvollen Inhaltsstoffen. Besonders begehrt ist die in Dänemark und Südschweden anzutreffende Sorte "Lito", eine Unterart der Hundsrose. Sie ist besonders reich an Galaktolipiden mit nachgewiesener antientzündlicher und schmerzlindernder Wirkung bei Arthrose, Arthritis und Rheuma. Das trifft auch für getrocknete Hagebutten zu. Sie sind nicht giftig, man kann sie roh essen, und sie lassen sich zu verschiedenen Produkten verarbeiten. Hagebutten lassen sich während der Erntezeit im Herbst von Hand ernten.

Hagebutten ganz

Die Hundsrose ist hinsichtlich ihres Standorts recht anspruchslos. Sie toleriert leicht saures bis leicht basisches Milieu und gedeiht auf nahezu jedem guten Gartenboden. Sie dient deshalb auch häufig als Pioniergehölz zur Widerbegrünung von Böschungen und Ufern. Die Heckenrose wird meist 2 bis 3 Meter hoch, selten höher und mag gerne sonnige bis halbschattige Plätze. Als Spalierpflanze an der Nordwand eines Hauses eignet sie sich daher weniger, wohl aber zur Gestaltung einer Hecke. Da die Hagebutte gerne wuchert, zahlt sich die Beachtung einiger weniger Regeln bei Pflanzung und Pflege aus, was auch für das Trocknen der Hagebutten nach der Ernte gilt, um die gesundheitlich wertvollen Inhaltsstoffe zu schonen und ihre biologische Wirksamkeit möglichst vollständig zu erhalten.

Hagebutten pflanzen und pflegen

Der Hagebuttenstrauch ist hinsichtlich seiner Ansprüche an Boden und Standort genügsam, allerdings sollten für Pflanzung und Pflege ein paar Tipps beachtet werden, die sich später auf einen besseren Ertrag auswirken. Die meisten Arten lassen sich durch Ausleger auch selbst vermehren.

Hagebutten pflanzen

Während man Containerware das ganze Jahr über in frostfreien Boden pflanzen kann, ist die beste Jahreszeit für wurzelnackte Pflanzen der Herbst oder das Frühjahr. Die Wurzeln der wurzelnackten Heckenrosenpflanzen werden vor dem Setzen zunächst um etwa ein Drittel gekürzt und anschließend gewässert. Die Hagebuttenpflanze weiß es zu honorieren, wenn das Pflanzloch mindestens zwei Spaten tief aufgelockert wird – das gilt übrigens auch für das Pflanzen von Containerware. Empfehlenswert ist es, das Pflanzloch mit Komposterde, natürlichem Dünger und mit Mineraldünger auszukleiden, bevor die Rose eingepflanzt wird. Nach dem Auffüllen mit dem Aushub fehlt nur noch die gründliche Wässerung. Empfehlenswert ist es ebenfalls, die bestehenden Triebe bis auf drei oder vier Knospen zurückzuschneiden. Wer sich das spätere Jäten von Unkraut unter der frisch gesetzten Rose ersparen möchte, kann den Boden mit einer etwa 10 Zentimeter dicken Mulchschicht bedecken.

Hagebutten schneiden

Der Hagebuttenstrauch entwickelt seine Blüte immer am Vorjahrestrieb. Für eine gute Ernte den Strauch nicht zu stark schneiden oder zurückschneiden, sondern vielmehr auslichten. Alte, mehrjährige Triebe sowie störende Triebe werden herausgenommen. Etwa alle vier bis fünf Jahre ist ein Radikalschnitt vonnöten, weil die alten Triebe stark verholzen und keine Neutriebe mehr hervorbringen. Mit dem Radikalschnitt, der in der Zeit Oktober bis Dezember an frostfreien Tagen vorgenommen wird, kann auch die vorgesehene Wuchsform wieder hergestellt werden. Der Rückschnitt sollte so erfolgen, dass die schräg geschnittene Schnittfläche etwa fünf Millimeter oberhalb einer nach außen zeigenden Knospe liegt. Wegen der guten Schnittverträglichkeit, können Heckenrosen auch als Baum gezogen werden.

Hagebutten ernten

Das Pflücken, Ernten und Sammeln der Hagebuttenfrüchte, die nicht giftig sind, erfolgt nach voller Ausreifung im Herbst von Hand, wenn sie völlig reif sind. Die Reifezeit und Erntezeit variiert von Sorte zu Sorte und erstreckt sich von September bis Anfang November. Falls die Früchte noch vor dem Ernten Nachtfrösten ausgesetzt sind, schadet das den Inhaltstoffen nicht, die Hagebutte wird lediglich in der Konsistenz ein wenig weicher und der Geschmack ändert sich in Richtung süß.

Wilde Hagebutten lassen sich auch roh essen, schmecken aber meist extrem sauer. Übrigens, die Früchte der Rosa canina und einiger anderer Arten reifen nahezu gleichzeitig, während beispielsweise die Früchte der Kartoffelrose nacheinander reifen und das Ernten und Sammeln auf mehrere Vorgänge verteilt werden muss. Nachdem die Reste der Blüte und der Stiel entfernt wurden, geht es ans Entkernen, die Samen (Nüsschen) mitsamt ihren Härchen, die uns allen noch als Juckpulver in Erinnerung sind, werden von den fleischigen Schalen getrennt und separat gewaschen, um die Härchen vollständig zu entfernen. Das Fruchtfleisch wird ebenfalls gründlich gewaschen und vor der Weiterverarbeitung je nach Bedarf zerkleinert.

Hagebutten trocknen

Hagebutten lassen sich vor der Weiterverarbeitung problemlos selber trocknen und getrocknet über mehrere Monate haltbar machen und lagern. Die Früchte trocknen im Backofen oder noch einfacher trocknen sie in einem Dörrgerät. Wichtig ist es, dass die Temperatur beim Trocknen 40 Grad nicht überschreitet, um die wertvollen Inhaltsstoffe, die teilweise temperaturempfindlich sind, in ihrer biologischen Wirksamkeit zu erhalten. Die Früchte können einschichtig auf einem Backblech mit Backpapier ausgelegt werden und trocknen. Beim Trocknen muss darauf geachtet werden, dass die Feuchtigkeit nach außen entweichen kann. Das ist beispielsweise möglich, indem man einen Löffel oder ähnliches in die Backofentür klemmt, damit sie einen Spalt weit geöffnet bleibt. Die Früchte sollten, wenn sie getrocknet sind, in einem luftdurchlässigen Behältnis gelagert werden, damit sich Restfeuchte verflüchtigen kann und einer Schimmelbildung vorgebeugt wird.

Informatives über die Hagebutte

Fast alle Heckenrosen wachsen als buschartiger Strauch oder Baum, dessen Triebe und Stämme mit einer Vielzahl von Stacheln bewehrt sind zur Abwehr von Fressfeinden und zum Festhalten beim Ranken. Es handelt sich bei der Bewehrung tatsächlich um Stacheln – wie auch bei allen anderen Rosen und nicht etwa um Dornen. Unterschiede in den einzelnen Sorten erstrecken sich auf die Blätter und auf Form und Inhaltsstoffe der Hagebutten, die aber alle essbar und nicht giftig sind. Das Blatt der Hagebutte ist sommergrün, im Aufbau am Blatt sind wechselständig fünf bis sieben Fiedern, Blattspreiten und der Blattstiel gut zu erkennen. Im Winter verlieren die Heckenrosen ihre Blätter.

Die Hagebutte blüht stark duftend Juni bis Juli. Ihre Blüte ist weiß bis blassrosa oder sogar pinkfarben mit einem Durchmesser von 2,5 bis 4,5 cm je nach Sorte. Die stachelbewehrten Äste und Stämme der Wildrose neigen zum Wuchern und sollten ein wenig regelmäßige Pflege erfahren. Interessant ist die spezielle Reifeteilung (Meiose) bei den Rosa canina-Arten, weil sie mit 35 Chromosomen über einen ungeraden Chromosomensatz verfügen.

Die Frucht der Heckenrose ist je nach Sorte leuchtend orange-rot bis rot-schwarz und meist länglich ellipsoid bis eiförmig. Selbst reife Hagebutten fühlen sich ziemlich hart an. Im Inneren der Frucht befinden sich die eigentlichen Samenkörner, kleine Nüsschen, die mit widerhakenbesetzten Härchen umgeben sind. Sie lösen bei Hautkontakt einen starken Juckreiz aus. Die Samen enthalten ein sehr wertvolles Öl, das auch in der Kosmetikindustrie Verwendung findet. Das Fruchtfleisch entsteht aus dem Blütenboden und enthält eine Vielzahl von Vitaminen, Mineralstoffen und sekundären Pflanzenstoffen mit gesundheitlicher Relevanz.

Welche Arten von Hagebutten gibt es?

Von den vielen Sorten der Wildrose aus der Hagebutte Familie, von denen nicht immer gesichert ist, dass es sich um eine eigenständige Subspezies handelt, sind folgende die wichtigsten und am häufigsten anzutreffenden Hagebuttenarten. Sie alle tragen vielseitig verwendbare Hagebutten mit vielen gesunden Inhaltsstoffen – übrigens auch für viele heimische Vögel im Winter ein Gesundbrunnen:

Was sind Hagebutten eigentlich?

Die Hagebutte ist botanisch korrekt die Sammelnussfrucht der Rosen. Sie enthält als Einzelfrüchte zahlreiche Nüsschen. Charakteristisches Merkmal von Nüssen – sie werden auch als Schließfrüchte bezeichnet - sind ihre holzigen Fruchtwände (Perikarp), in denen sie geschützt sind. Das Fruchtfleisch der frischen Hagebutten oder auch getrocknet und die Nüsschen selbst sind für den menschlichen Verzehr geeignet und enthalten zahlreiche gesundheitsrelevante Stoffe.

Was kann man aus Hagebutten machen?

Die Hagebutten vieler Wildrosenarten werden nicht nur wegen der Vielfalt ihrer gesundheitsrelevanten Inhaltsstoffe und ihres enorm hohen Vitamin C-Gehalts geerntet, sondern auch wegen ihres Wohlgeschmacks, der besonders in verarbeitetem Zustand zur Geltung kommt. Verarbeiten und zubereiten lassen sich Schale mit Fruchtfleisch und die Kerne. Die Früchte – auch getrocknete Hagebutten – lassen sich zu Mus, einer würzigen Marmelade, zu Gelee und zu Tee verarbeiten. Beispielsweise sind traditionelle fränkische Krapfen mit Hagebuttenkonfitüre gefüllt.

Viele Schweden kennen und schätzen eine süße Hagebuttensuppe. Aus dem Fruchtfleisch – auch aus Hagebuttenpulver - lassen sich sehr gesunde und vitamin- und vitalstoffreiche Smoothies und Saucen herstellen. Dass auch die Hagebuttenkerne Verwendung finden, ist ihrem Gehalt an wichtigen Omega-3- und Omega-6-Ölen zuzuschreiben. Es sind Fettsäuren, die unter anderem bei Hautproblemen helfen können. Übrigens, Hagebutte lässt sich auch zu gesundheitsfördernder Nahrungsergänzung für Hunde verarbeiten.

In welchen Regionen kommen Hagebutten vor?

Hagebutten, also Heckenrosen sind mit Ausnahme der skandinavischen Gebiete nördlich des 62sten Breitengrades nahezu im gesamten europäischen Raum, in Nordafrika und in einigen Ländern des Vorderen Orients bis in Höhenlagen von etwa 1.500 Meter heimisch. Das Vorkommen einiger weniger Sorten geht auf asiatische Ursprungsländer wie China und Korea zurück. Mittlerweile werden Heckenrosen auch in größerem Stil in Europa, Asien und in Südamerika kommerziell angebaut.

Fazit: Die Hagebutte ist gesund und pflegeleicht

Hagebutten können mit ihren angenehm duftenden und optisch ansprechenden Hagebuttenblüten die Vielfalt in einem Garten bereichern, zumal sie recht bescheiden hinsichtlich ihrer Ansprüche an Standort und Boden sind. Ihre Früchte, die eigentlichen Hagebutten, auf süddeutsch Hiefe, sind derart gut mit Vitaminen, Mineralstoffen und sekundären Pflanzenstoffen ausgestattet, dass sie häufig als Gesundbrunnen und Vitaminbomben bezeichnet werden. Das gilt auch für schonend getrocknete Hagebutten.

Der Kreativität für eine ganzjährige Verwendung in der Küche oder als Nahrungsergänzung mit gesundheitlicher Relevanz, besonders bei fiebrigen Infekten, Magen-Darm-Problemen und bei Rheuma, Arthritis und Arthrose, sind kaum Grenzen gesetzt.

Lesen Sie mehr Wissenswertes über die Hagebutte: